Für das Recht auf Wohnen · Portugal
Wohnen ist zum Leben da.
Nicht für Profit.
Die Hauspreise haben sich in zehn Jahren fast verdreifacht. Die Miete frisst den Lohn, die Räumungen hören nicht auf, und über 700.000 Wohnungen stehen leer. Nichts davon ist unvermeidlich: Das sind politische Entscheidungen, und Entscheidungen lassen sich ändern.
Verfassung der Portugiesischen Republik · Artikel 65
„Jeder hat für sich und seine Familie das Recht auf eine Wohnung von angemessener Größe, die hygienische und komfortable Bedingungen bietet und die persönliche Intimsphäre und die Privatsphäre der Familie wahrt.“
Ein Recht, 1976 in die Verfassung geschrieben – und bis heute nicht eingelöst.
Wohnraum für alle Faire Mieten Gute Löhne Schluss mit Räumungen Öffentlicher Wohnraum Leerstand für die, die ihn brauchen Recht auf Stadt
Termine
Nächste Aktionen
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Protest für einen Staatshaushalt, der Wohnraum sichert
Dienstag, 18:30 · Porto, Estação de metro da Trindade
Aufgerufen von Casa Para Viver
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Demo für Wohnraum vor der Assembleia da República
Dienstag, 18:30 · Lisboa, Assembleia da República
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Landesweite Demo für Wohnraum in Viana do Castelo
Samstag, Uhrzeit folgt · Viana do Castelo, Praça da República
Aufgerufen von Casa Para Viver
Volksgesetzinitiative
Das Gesetz gehört auch dir
Mit 20.000 Unterschriften kann jede Gruppe von Bürger*innen einen Gesetzentwurf ins Parlament bringen. Die Acampada pela Habitação, die Bewegung hinter den Protestcamps, arbeitet an einem und will von dir hören: Was ist das größte Problem beim Wohnen, und was würdest du am Gesetz ändern?
1
Sag deine Meinung
Mach bei der Umfrage mit und komm zu den offenen Treffen im ganzen Land. Eine Kommission aus 5 bis 10 Leuten schreibt aus dem, was sie hört, den Gesetzentwurf.
2
Unterschreib
20.000 Wahlberechtigte unterschreiben den Entwurf.
3
Ins Parlament
Der Entwurf wird in der Assembleia da República, dem portugiesischen Parlament, eingereicht, debattiert und abgestimmt. Bisher wurden 14 Bürger*inneninitiativen zugelassen, 8 davon angenommen.
Beides auf Portugiesisch. Die Umfrage ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt und kann anonym ausgefüllt werden. Kontakt: ilc-habitacao@proton.me

Was die Protestcamps fordern
- Weg mit dem Mietgesetz von 2012
- Schluss mit Räumungen
- Kein Wohnungskauf durch Geierfonds
- Mehr öffentlicher Wohnraum
- Leere Häuser wieder zu Wohnraum machen
- Mietendeckel
Ein Kampf
Im Haus, im Betrieb, im Viertel
Auf der einen Seite der Vermieter, auf der anderen der Chef: Der Lohn reicht nicht, und die Miete frisst die Hälfte. Deshalb ist der Kampf ums Wohnen auch ein Kampf um Löhne, Renten und öffentliche Daseinsvorsorge.
Mieter*innen
Im Haus
Tu dich mit den Nachbar*innen in deinem Haus zusammen und tritt einem Mieterverein bei. Gemeinsam können wir Mieten verhandeln, überzogene Erhöhungen stoppen und Räumungen verhindern.
Beschäftigte
Im Betrieb
Der Lohn muss mit den Lebenshaltungskosten mithalten. Bring das Thema Wohnen ins Gespräch mit deinen Kolleg*innen und deiner Gewerkschaft: Auch das ist eine Arbeitsfrage.
Nachbar*innen
Im Viertel
Läden, Schulen, Gesundheitszentren: Ein Viertel ohne Bewohner*innen stirbt. Steh denen bei, die dort leben, damit Tourismus und Spekulation sie nicht verdrängen.
Egal wer regiert: Wohnen ist ein Recht. Und wir werden es uns holen.
Die Krise in Zahlen
Das ist keine Blase. Das ist das System.
+180%
Anstieg der Hauspreise in Portugal von 2015 bis 2025. EU-Durchschnitt: +65 %.
Eurostat
17,42 €/m²
beträgt die Medianmiete bei neuen Verträgen in Lissabon. Für eine 70-m²-Wohnung mit zwei Schlafzimmern sind das rund 1.220 € im Monat: mehr als ein ganzer Mindestlohn.
INE, 1. Quartal 2026
723.000
leere Wohnungen in Portugal, 12 % aller Wohnungen.
INE, Zensus 2021
≈2%
der Wohnungen sind öffentlicher Wohnraum – einer der niedrigsten Werte in Europa.
ISCTE, 2025
Unsere Forderungen
Sechs Forderungen für das Recht auf ein Zuhause
01
Wohnen zum Leben, nicht zum Spekulieren
Schluss damit, Wohnungen als Finanzanlage zu behandeln: Spekulationskäufe stoppen, Ferienwohnungen dort begrenzen, wo sie Bewohner*innen verdrängen, und Leerstand besteuern.
02
Viel mehr öffentlicher Wohnraum
Den öffentlichen Wohnungsbestand, heute rund 2 % aller Wohnungen, vervielfachen: durch Neubau, Sanierung und die Nutzung leerstehender öffentlicher Gebäude.
03
Sicherheit: keine Räumung ohne Alternative
Lange Mietverträge, keine Räumung ohne würdige Alternative und Schutz für alle, die unverschuldet nicht mehr zahlen können.
04
Mieten, die zum Lohn passen
Mieten regulieren und senken, mit Obergrenzen, die sich an den Einkommen vor Ort orientieren, und Familien mit Immobilienkrediten vor steigenden Raten schützen.
05
Kollektive Rechte für Mieter*innen
Mietervereine als Verhandlungspartner bei Mieten und Wohnbedingungen anerkennen – so wie Gewerkschaften im Betrieb.
06
Gute Löhne, Renten und öffentliche Dienste
Keine Wohnungspolitik funktioniert mit Hungerlöhnen. Wir brauchen echte Lohn- und Rentenerhöhungen und gute Schulen, Gesundheitsversorgung und öffentlichen Nahverkehr.
So machst du mit
Alles beginnt damit, dass wir uns organisieren
Niemand löst das allein.
Du willst in deinem Viertel eine Gruppe gründen oder dass deine Organisation diese Forderungen unterstützt? Sprich uns an.
1
Organisier dein Haus oder deine Straße
Sprich mit deinen Nachbar*innen, gründet eine Gruppe und vergleicht Mieten, Verträge und Probleme. Zu wissen, was alle zahlen, macht euch schon stärker.
2
Tritt einem Mieterverein und einer Gewerkschaft bei
In beiden zu sein, schützt dich vor Vermieter und Chef. Finde eine Organisation.
3
Geh auf die Straße
Komm zu den Demos und lokalen Aktionen für das Recht auf Wohnen. Jede zählt – in den großen Städten genauso wie in den kleinen Orten.
4
Sag’s weiter
Teile die Zahlen von dieser Seite, erzähl von deiner Lage, druck Plakate und bring die Debatte in die Schule, in den Betrieb und in den Anwohnerverein.
Nicht zum ersten Mal
Wenn Bewohner*innen und Beschäftigte zusammenhalten, gewinnen sie Rechte
1974
Besetzungen und Bewohnerkomitees
Direkt nach der Nelkenrevolution vom 25. April besetzen tausende Familien leere Häuser und organisieren sich in Bewohnerkomitees. Wohnen wird zu einem der großen Kämpfe der Revolution.
1976
Wohnen in der Verfassung
Artikel 65 der Verfassung garantiert allen das Recht auf angemessenen Wohnraum und verpflichtet den Staat, es umzusetzen.
2023
Die Straßen füllen sich wieder
Die Plattform Casa Para Viver bringt dutzende Bewegungen zusammen und füllt die Straßen der Städte im ganzen Land, von Nord bis Süd.
2026
Zelte auf dem Platz
Im Oktober tragen die Protestcamps auf dem Rossio in Lissabon und auf der Praça D. João I in Porto das Thema Wohnen mitten in die Städte. Die Polizei räumt sie, doch die Proteste wachsen, und am 24. Oktober ziehen tausende Menschen durch Lissabon und Porto.
Doppelt organisiert
Um zu gewinnen: Organisier dich im Haus und im Betrieb
Mieterverein
Kenne deine Rechte, hol dir Rechtsberatung und tritt dem Vermieter gemeinsam entgegen. Wer mietet und sich organisiert, verhandelt mit viel mehr Kraft.
Gewerkschaft
Beratung, Schutz vor Repressalien und kollektive Stärke, um Löhne durchzusetzen, von denen man wirklich eine Wohnung bezahlen kann.
Du bist nicht allein
Wer für Wohnraum kämpft
Bewegungen, Vereine und Kollektive, die in Portugal für das Recht auf ein Zuhause eintreten. Lern sie kennen und mach mit.

Vida Justa
Bewegung aus den Vierteln am Stadtrand von Lissabon, für Wohnraum und gegen die steigenden Lebenshaltungskosten.
vidajusta.org
CPV
Casa Para Viver
Landesweite Plattform von Bewegungen und Kollektiven, die zu den großen Demos für Wohnraum aufruft.
casaparaviver.pt

Porta a Porta: Casa para Todos
Landesweite Bewegung für das Recht auf Wohnen, mit Ortsgruppen in mehreren Städten.
portaaporta.pt

ILC pela Habitação
Volksgesetzinitiative der Acampada pela Habitação, um ein neues Wohnungsgesetz ins Parlament zu bringen.
ilc-habitacao.sites.deploybase.eu
SD
Stop Despejos
Kollektiv, das Menschen unterstützt, denen die Räumung droht.
instagram.com/stopdespejos

Movimento Referendo pela Habitação
Überparteiliche Bewegung von Lissaboner*innen für ein lokales Referendum über Ferienwohnungen.
referendopelahabitacao.pt

Associação dos Inquilinos e Condóminos do Norte de Portugal
Norden. Kostenlose Rechtsberatung für Mitglieder.
aicnp.pt
Wohnen ist ein Recht.
Holen wir es uns.
Schließ dich denen an, die sich schon in Häusern, Vierteln und Betrieben im ganzen Land organisieren.


